«Annäherung».

Der Neubau Spitalgebäude Baubereich 12 ist in seiner gestalterischen Anordnung von Gebäude, Park und Aussenräumen als eine Art «Stadt in der Stadt» konzipiert. Mit einer Fläche von 85'000m2 erreicht das Spital die Grösse eines ganzen Stadtquartiers. An das Innere des Gebäudes werden sehr detaillierte und spezifische Anforderungen gestellt, welche von uns realisiert werden. Neben dem medizinischen Betrieb und der Funktionalität werden auf Grund der Bedeutung des Gebäudes für die Stadt Bern auch Schwerpunkte auf die Identität, den Charakter und den öffentlichen Raum gelegt. Zudem erlaubt der Masterplan des Inselspitals eine Höhenentwicklung von rund 60 m - ähnlich dem heutigen Bettenhochhaus. Das BB12 wird somit zukünftig ein prägendes Element im Panorama der Stadt Bern darstellen.

Das Wettbewerbsprogramm formulierte einen ambitionierten Spagat aus Funktionalität und architektonischer Qualität. Die hier niedergeschriebenen Anforderungen bilden bis heute den Kern unserer Arbeit am BB12. Hier einige Auszüge aus dem Wettbewerbsprogramm:

«Angenehmes Umfeld für Patienten und Besucher schaffen zur Unterstützung von Orientierung und Wohlbefinden»
«Gestalterisch und städtebaulich überzeugend»
«Ruhige Stimmung und Atmosphäre»
«Maximaler Tageslichtgewinn»

Der Masterplan des Inselspitals ermöglicht einen individuellen Umgang mit der anvisierten Geschossfläche
bzw. Baumasse auf dem BB12. Auf Grund der Kompaktheit und Dichte des Baufeldes besteht die besondere Herausforderung, eine kluge und ausgewogene Kubatur zu erreichen, die zum einen der Vorgabe nach
„Licht, Licht, Licht“ entspricht und zugleich eine hohe Eigenständigkeit und Identität schafft. Die Kubatur entwickelt sich dabei weniger aus einem vordergründigen Gestaltungswillen, sondern vielmehr aus einer sensiblen Positionierung der öffentlichen und öffentlichkeitswirksamen Bereiche.

 

«Gebäude».

Im Sockel befinden sich fünf Behandlungsgeschosse mit Ambulatorien, Operationssälen, bildgebender Diagnostik und IMC-Units (Intermediate-Care). In den Türmen darüber sind zehn Betten- und Bürogeschosse.

Auf jeder Etage der Bettengeschosse sind gepflegte Aussenbereiche mit einer grossartigen Aussicht auf die naheliegende Stadt vorhanden. Die Dachflächen in der Gebäudemitte werden als Dachterrassen gestaltet und sind öffentlich zugänglich. Zwei Innenhöfe erlauben mit den klaren Sichtbezügen zur Stadt hin den Besuchenden eine mühelose Orientierung.

Die zwei Lichthöfe bringen natürliches Licht bis tief in die Gebäude. Hier befinden sich die hoch frequentierten, öffentlichen Bereiche wie die Hauptinformation und Konferenzzimmer. Über die Höfe erhalten aber auch die flankierenden Nutzungen und Aufzugsvorbereiche im Inneren des BB12 natürliches Tageslicht. Für die Patienten, Besucher und Angestellte wird über die Lichthöfe ein wichtiger Aussenkontakt ermöglicht.

 

«Fassade».

Die Fassade basiert auf einem durchgehenden 1.40 m Raster. Für die Grundrisse ergibt sich hieraus eine hohe Flexibilität in der langfristigen Nutzung. Die kleinsten, geschlossenen Fassadenelemente sind 70 cm breit und bestehen aus zwei unterschiedlich geformten, wellenartigen Faserzementplatten. Die offenen und geschlossenen Bereiche werden geschossweise gegeneinander versetzt und werden von einem glatten, horizontalen Band gerahmt. Ein metallisches Band gliedert die grossen Fensterflächen und verwebt zugleich die Geschosse miteinander. Insgesamt erhält das Gebäude damit im Detail ein fein differenziertes Fassadenbild, das sich aus der Ferne zu einem homogenen Gesamtbild zusammenfügt.
Mit seinem geplanten Minergie P-Eco Standard ist das Gebäude ein Pionierprojekt.

 

«BIM»

Das Gebäude BB12 wird nach der Methode des Building Information Modeling (BIM) bearbeitet, um Planung, Bau und Betrieb des Projektes zu unterstützen. Dies erfolgt als Open BIM, bei dem die Beteiligten verschiedene Softwareprodukte nutzen und die Zusammenarbeit durch Workflows und Standards geregelt wird.

In einem BIM-Abwicklungsplan (BAP) wurde die geplante Nutzung von Building Information Modeling (BIM) beim Projekt BB12 beschrieben. Im Fokus stehen neben der Planung auch die Weiternutzung von 3D-Modell und Daten für die Realisierung und ggf. die Aufbereitung für den Betrieb. Durch den Einsatz von BIM werden in der Generalplanerorganisation interne Ziele verfolgt, wie zum Beispiel die Verbesserung der Qualität von Planung und Realisierung, eine effiziente Zusammenarbeit und sichere Kommunikation mit allen Projektbeteiligten, eine sichere Ermittlung und laufende Kontrolle der Kosten, die Möglichkeit eines BIM-basierten FM anzubieten, oder die Einhaltung der geplanten Termine zu gewährleisten. Weitere Vorteile werden während der Projektbearbeitung erkannt und genutzt.

Beim Spitalgebäude BB12 bringt die Nutzung von BIM allen Projektbeteiligten Vorteile. Ebenso werden alle Projektbeteiligten an der gemeinsamen Erstellung der für BIM relevanten Informationen – in Form von 3D-Modellen und damit verknüpften Daten – beteiligt.

 

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